so geht zivilgesellschaft

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Nuran Ekingen und Katharina Lang von der Plattform Rechtsberatung                                                 (Foto: Christian Niederwolfsgruber)

Ich war einige Male dabei, als Asyl-BeraterInnen ihren KlientInnen ohne gemeinsame Sprache versucht haben, die Verfahrensschritte durchzubesprechen. Mit Händen und Füßen ist da teilweise erklärt worden, was im Zynismus des österreichischen Fremdenrechts oft unerklärlich bleibt. Das sind Situationen, in denen die Flüchtlinge unter großem Druck stehen. Es geht in allen Fällen um eine drohende zwangsweise Ausweisung, in vielen um die bloße Existenz, in manchen um das Leben der Klientinnen und Klienten. Es gibt zu wenig BeraterInnen, weil die öffentliche Hand die Flüchtlingsberatung heruntergewirtschaftet hat. Dieses Herunterwirtschaften ist aber nicht passiert, es ist gemacht worden: Von willfährigen Mitte-PolitikerInnen, die nicht verstanden haben, dass sie die Rechten stärken, wenn sie ihnen nachgeben. Und von verantwortungslosen JournalistInnen, deren Texte sich nicht von FPÖ-Plakaten unterscheiden.

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gesammelte großstadtlehren

Bildschirmfoto 2013-06-14 um 03.07.47

Mein Wiener Sommernachts-Adventkalender sagt nach einem Jahr: Vielen Dank, es war sehr schön.

erstens. zieh an, was immer du magst. die andern tuns auch.

zweitens. der yppenplatz ist auch nur ein birkenstock-catwalk

drittens. der wiener bimfahrer kann dich aus der bim mit mikro so anbrüllen, dass du fast vom rad fällst.

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übers bzö zur zweierkoalition

AUT, BZOe, Pressekonferenz 8 Jahre BZOe

Norbert Darabos plakatiert die SPÖ als „Partei der Arbeit“. Werner Faymann macht Tempo bei der Bankenabgabe. Michael Spindelegger nennt jede Woche eine neue Koalitionsbedingung: den Erhalt der Gymnasien. Über Karlheinz Töchterle die Einführung einer Studienplatzfinanzierung. Über Sebastian Kurz ein Demokratiepaket. Aus der Giftküche der FPÖ dampft es bräunlich. Das sind lauter KernwählerInnenwahlkämpfe der Altparteien.

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swing cities? mumpitz!

Bildschirmfoto 2013-05-22 um 02.04.43

Viel hab ich nach den 4 Landtagswahlen in diesem Jahr darüber gelesen, dass Wahlen in den Städten gewonnen und verloren werden. Der häufig dafür angeführte Grund: Die hätten eine schwankendere Wahlbeteiligung, am Land wählten die Menschen traditioneller bei jedem Wahlgang dasselbe. Klingt plausibel, stimmt aber nicht.

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was der außenminister tun könnte

Sehr geehrter Herr Klubobmann Strache,

mein Parteigeschäftsführer Hannes Rauch hat mich auf die, wie er meint, menschenverachtenden Aussagen aufmerksam gemacht, die in der Broschüre an die Wahlkämpfer Ihrer Partei fallen. Ich bin mit meinem Geschäftsführer einer Meinung: Unsere ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen als Sündenböcke zu verwenden und dabei nicht einmal davor zurückzuscheuen, sie für Krankheiten und hohe Immobilienpreise verantwortlich zu machen, geht zu weit. Ich bin als Außenminister viel im Ausland unterwegs und finde es für Österreichs Image unerträglich, dass wieder solche Parolen für Schlagzeilen sorgen, die an die schlimmsten Zeiten unseres Landes erinnern.

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35 liberale hochburgen und ein märchen

Bildschirmfoto 2013-05-16 um 13.25.46Da, wo es Seen, Einfamilienhäuser und Latte Macchiato gibt, sind besonders viele Liberale. Das gilt für Grüne genauso. Deshalb ist die einfache Rechnung, die in den Medien dieser Tage aufgestellt wird: Wenn Liberale wieder ernsthaft bei einer Nationalratswahl antreten, so wie das die „Neos“ gemeinsam mit dem „Liberalen Forum“ im Herbst planen, werden die bei den Grünen knabbern.

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geht nicht geht nicht

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Schwarz-Grün wird in Tirol von vielen meiner FreundInnen und Bekannten, von lokalen KünstlerInnen und Satiregrößen geprügelt, bevor noch das Programm präsentiert worden ist. „Nie mit Platter“ wurde gefordert, das „Beiwagerl des Bauernbundes“ geschimpft, Ingrid Felipe sitzt am BeifahrerInnensitz des roten Autos, das Platter an die Wand fährt und dergleichen mehr. Ich versteh den Ärger aus dem Bauch heraus. Vernünftig ist er nicht.

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die jungen schwarzen und der sex

Bildschirmfoto 2013-05-10 um 20.31.42

Warum brauchen Werbungen von ÖVP-Jugendorganisationen immer Sex? Und warum brauchen sie so oft Sexismus, also den herabwürdigenden Blick eines (in der Regel männlichen) Geschlechts auf das andere, das wahlweise 24 Stunden am Tag aufs Kreuz gelegt werden kann oder sich „geil“ um einen späteren Staatssekretär auf einem protzigen Luxusauto räkeln darf. „Sex sells“ ist die einfachste Antwort. „Wir sind die mit Humor, während die anderen verkrampft und prüde sind“, ist eine andere. „Aufmerksamkeit erregen, um die Wahlbeteiligung zu steigern“, werden wir mit dem ein oder anderen Zwinkersmilie in den kommenden Tagen hören, wenn sich die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft für ihren neuesten Unfug rechtfertigt.

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