nix darf man heut mehr sagen

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„Nix darf man heutzutag mehr sagen“ – das war einst der Brunftschrei der Rechtsextremen und Rechten, die sich ihre Begriffe aus den für sie guten alten Zeiten nicht nehmen lassen wollten. Die Salonrechten Haiderschen Zuschnitts haben das aber auch als vermeintliche Abgrenzung zum Salon verwendet, wenn sie hin und wieder ein bißchen verbal äußerln gegangen sind. Heute beobachte ich das Phänomen immer stärker. Man muss zum äußerln gar nicht mehr raus gehen. Das „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ ist in die politische Mitte gerückt, was mehr über diese vermeintliche Mitte aussagt, als über die laufende Veränderung gesprochener und geschriebener Sprache.

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rechte gewalt

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In Oberwart sterben in der Nacht von 4. auf 5. Februar 1995 vier junge Roma nach einem feigen Anschlag. „Roma zurück nach Indien“ steht auf einer Plakette, die neben den Leichen gefunden wird.

Die Debatte um die unnötige Gewalt bei der großteils friedlichen Demonstration gegen den Burschenschafter-Ball in der Hofburg hat mich etwas ratlos hinterlassen. Die Empörung über die paar zerstörten Fensterscheiben ist legitim. Aber ich wünsche mir diese Empörung in entsprechend größerem Ausmaß bei wirklich gefährlicher Gewalt. Denn ein Problem haben wir in diesem Land nicht mit als links titulierter Gewalt, sondern mit rechter Gewalt. Und zwar mit rechter Gewalt gegen Menschen. Die kommt nicht von ungefähr, sondern wird von jenen bedient, die gestern das Tanzbein geschwungen haben. Ein Auszug daraus.

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ein bißchen rot und schwarz tanzt heute mit

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Robert Stachel ist einer der lustigsten Komiker der Landes und wohl der begabteste Stimmimitator. Aber darüber hinaus ist der Maschek-Frontmann ein aufmerksamer politischer Beobachter. Er hat mit einem in der heutigen Lawine an #nowkr-Postings völlig untergegangenen Beitrag als einziger den historischen Rahmen erläutert, in dem dieses peinliche Schauspiel des Rechtsextremen-Balls in Österreichs wichtigstem repräsentativen Gebäude stattfindet.

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was der außenminister tun könnte

Sehr geehrter Herr Klubobmann Strache,

mein Parteigeschäftsführer Hannes Rauch hat mich auf die, wie er meint, menschenverachtenden Aussagen aufmerksam gemacht, die in der Broschüre an die Wahlkämpfer Ihrer Partei fallen. Ich bin mit meinem Geschäftsführer einer Meinung: Unsere ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen als Sündenböcke zu verwenden und dabei nicht einmal davor zurückzuscheuen, sie für Krankheiten und hohe Immobilienpreise verantwortlich zu machen, geht zu weit. Ich bin als Außenminister viel im Ausland unterwegs und finde es für Österreichs Image unerträglich, dass wieder solche Parolen für Schlagzeilen sorgen, die an die schlimmsten Zeiten unseres Landes erinnern.

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rassismus ohne ausländerInnen: eine studie

Der Zeithistoriker und Journalist Claus Gatterer hat den Begriff geprägt, der Publizist Paul Lendvai hat ihn bekannt gemacht: „Antisemitismus ohne Juden“. Was die beiden damit beschrieben haben, ist die Tendenz, dass die Judenfeindlichkeit keine Juden braucht, sondern mit der Verbreitung antisemitischer Schriften und Parolen beginnt. Hetze fällt auch, oder sogar besonders dort auf fruchtbaren Boden, wo kein Realitäts-Check der Vorurteile stattfinden kann.

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ausländer raus oder raus mit der sprache

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Juni 2000, vor mehr als 13 Jahren. Elfriede Jelinek, noch vor ihrem Literatur-Nobelpreis, steht auf einem Container vor der Wiener Oper. Sie hält eine Rede über den Umgang mit Fremden und mit Fremdem an sich in diesem Land. Schauplatz des Geschehens: Der „Ausländer-Raus“-Container.

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too much verdolmung

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Benni Narodoslawsky ist einer der besten Journalisten dieses Landes, eine echte Edelfeder. Das schreib ich nicht, weil ich heute einmal nicht mit ihm einverstanden bin, sondern weil ich seine Texte seit Jahren gerne lese. Ob er über die slowenische Minderheit in der Steiermark, über eine Villa von Opus dei in einem Wiener Nobelbezirk  oder über Michael Spindeleggers Involvierung in die Oerlikon-Affäre geschrieben hat: Die Artikel waren immer technisch fein gemacht, ich hab immer was gelernt und die Lesefreude war unzweifelhaft.

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