die jungen schwarzen und der sex

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Warum brauchen Werbungen von ÖVP-Jugendorganisationen immer Sex? Und warum brauchen sie so oft Sexismus, also den herabwürdigenden Blick eines (in der Regel männlichen) Geschlechts auf das andere, das wahlweise 24 Stunden am Tag aufs Kreuz gelegt werden kann oder sich „geil“ um einen späteren Staatssekretär auf einem protzigen Luxusauto räkeln darf. „Sex sells“ ist die einfachste Antwort. „Wir sind die mit Humor, während die anderen verkrampft und prüde sind“, ist eine andere. „Aufmerksamkeit erregen, um die Wahlbeteiligung zu steigern“, werden wir mit dem ein oder anderen Zwinkersmilie in den kommenden Tagen hören, wenn sich die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft für ihren neuesten Unfug rechtfertigt.

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Darf man den doofen Clip verlinken, oder nicht? Ja. Aufklärung funktioniert nicht durch das Ausblenden von Unterdrückungsmechanismen, sondern durch die Konfrontation der Machos mit ihrem Machismo. Jede zusätzliche Person, die den triefenden Sauna-Humor der jungen Schwarzen nicht mehr lustig findet, ist ein/e MultiplikatorIn für eine kritische Diskussion über den pubertären Humor. Der stört mich nicht, weil es um Sex geht, sondern weil Sex immer etwas ist, was Frauen Männern zur Verfügung stellen. Um Sex ging es auch bei einer der umstrittensten Kampagnen der „Sozialistischen Jugend“ – „Lieber bekifft ficken, als besoffen fahren“, hieß das Sujet. „Wir kümmern uns um die kleinen Dinge“ stand im Namen des Innsbrucker VSStÖ unter einem Foto von zwei bis auf Hut, Krawatte und Aktentasche nackt waren und sich gegenseitig die Penisse hielten (hier geklaut und zweckentfremdet das Sujet). Das ist sexualisiert, darüber kann man diskutieren. Aber da wird niemand unterdrückt oder als Objekt dargestellt – das halte ich für einen entscheidenden Unterschied.

Was hilft gegen sexistische Werbung? Frauen in Entscheidungsfunktionen. Mir ist keine gegen Frauen sexistische Werbekampagne bekannt, die von einer Firma oder einer Organisation kommt, in der Frauen annähernd die Hälfte der Macht haben. Und im Fall der jungen Schwarzen ist der Umkehrschluss erlaubt: So lange die saunahumorig Frauen als willige Sex-Zurverfügungstellerinnen porträtieren, wissen wir auch über die internen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen Bescheid.

Bis dahin find ich das einen sehr passenden Befund.

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