gesammelte großstadtlehren

Bildschirmfoto 2013-06-14 um 03.07.47

Mein Wiener Sommernachts-Adventkalender sagt nach einem Jahr: Vielen Dank, es war sehr schön.

erstens. zieh an, was immer du magst. die andern tuns auch.

zweitens. der yppenplatz ist auch nur ein birkenstock-catwalk

drittens. der wiener bimfahrer kann dich aus der bim mit mikro so anbrüllen, dass du fast vom rad fällst.

viertens. wenn eine spanierin, ein däne und ein israeli sich auf türkisch unterhalten, bist du da. #uluslararasí

fünftens. der wiener bimfahrer kann auch aus der bim steigen und dich analog anschreien, wenn’s digital nicht zu seiner zufriedenheit hilft.

sechstens. wenn der Kebapmann „pfiati, papa“ zu dir sagt, bist du in Wien angekommen, sagt der Kebapmann.

siebtens. du kannst auch in wien innsbruckerInnen treffen, die du am liebsten durchs straßenbahnmikro vom rad brüllen würdest.

[Exkurs, Julia Schmid: Der Busfahrer hat gerade über Lautsprecher aus dem Bus geschimpft, ist der Paul leicht im Lande??]

achtens. wenn du am schottentor um mitternacht unter der woche die augen zumachst und den rolltreppenlärm wegblendest, klingts a klälä wia dahoam am bodasee. und zwar nicht, weil du 16 minuten auf die bim wartest.

neuntens. aus der reihe unterschätzte hallensportarten – volleyball.

zehntens. eins ist zwischen zwei und siebzehn. und zwei ist gut.

elftens. dieses innerösterreich, durch das man von weltstadt zu weltstadt immer fahren muss, ist im herbst ziemlich hübsch.

zwölftens. glaub deinen freundInnen, wenn sie nach dem volleyballspielen sagen, dass du leiden wirst. sie kennen deinen körper besser, als du.

dreizehntens. wien 16, am nebentisch zwei südtiroler pädagogikstudentinnen aus schlanders.

vierzehntens. ich mag menschen, die sinister sagen.

fünfzehntens. die bim-kids in hernals brauchen gar keine gemeinsame fremdsprache. sie verstehen nämlich türkisch und serbokroatisch.

sechzehntens. ich mag keine menschen, die „redundant“ redundant verwenden.

siebzehntens. eine stadt mit so vielen liedern hält auch den gürtelverkehrslärm aus.

achtzehntens. auch heuer ist die streif wieder so brutal wie noch nie.

neunzehntens. winter in wien ist gar nicht so schlimm, wie alle immer sagen. sondern schlimmer.

zwanzigstens. pünktlich nach 30 tagen in dir schreit immer alles in mir: „raus. jetzt. sofort.“

einundzwanzigstens. deutsche studis, die in wien daheim sind verweigern großdeutschen wiener faschos den zutritt zum nazionalball.

zweiundzwanzigstens. doch ist die nacht erstmal zu ende dann beginnt ein neuer tag,
weil es morgen noch so ist, weil es immer schon so war.

dreiundzwanzigstens. 500 meter von der demo weg sitzt sich’s noch unruhiger auf einem schreibtischstuhl, als 500 kilometer weg.

vierundzwanzigstens. der vorteil, wenn man alle 2 kilometer an einem raiffeisen-silo vorbeifährt: nur mehr 3 stunden bis innsbruck.

[Die „Großstadtlehren“ waren anlassbezogen auf Facebook gepostete Dinge, die mir in Wien über den Weg gelaufen oder durch den Kopf gegangen sind.]

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