35 liberale hochburgen und ein märchen

Bildschirmfoto 2013-05-16 um 13.25.46Da, wo es Seen, Einfamilienhäuser und Latte Macchiato gibt, sind besonders viele Liberale. Das gilt für Grüne genauso. Deshalb ist die einfache Rechnung, die in den Medien dieser Tage aufgestellt wird: Wenn Liberale wieder ernsthaft bei einer Nationalratswahl antreten, so wie das die „Neos“ gemeinsam mit dem „Liberalen Forum“ im Herbst planen, werden die bei den Grünen knabbern.

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geht nicht geht nicht

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Schwarz-Grün wird in Tirol von vielen meiner FreundInnen und Bekannten, von lokalen KünstlerInnen und Satiregrößen geprügelt, bevor noch das Programm präsentiert worden ist. „Nie mit Platter“ wurde gefordert, das „Beiwagerl des Bauernbundes“ geschimpft, Ingrid Felipe sitzt am BeifahrerInnensitz des roten Autos, das Platter an die Wand fährt und dergleichen mehr. Ich versteh den Ärger aus dem Bauch heraus. Vernünftig ist er nicht.

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das ende der bunten hunde

Lange haben uns Medien und WahlforscherInnen erklärt, in politischen Krisen profitierten die PopulistInnen, die mit lautem Halali auf Sündenböcke losgehen. Das hat sich zur self fulfilling prophecy entwickelt. Die WählerInnen haben das in den Zeitungen gelesen und geglaubt und dann selber auch Schreihälse gewählt, wenn sie empört genug waren.

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der gabi effekt

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Heute hat mich ein Journalist gefragt, was ich so spannend an Wahlen finde. Er schon ein bißchen genervt von der Ochsentour durch Österreich und davon, dass Inhalte so wenig und möglichst laute, wirksame Verknappung eine so große Rolle spielen. Ich hab zwei Antworten darauf: Einerseits, zumindest in der Theorie, dass an Wahltagen die Stunde Null für Herrschaftsverhältnisse schlägt. Ich spür, wenn ich selber wählen darf, tatsächlich so ein Kribbeln an Wahltagen, schau in die Gesichter der anderen Wählenden und freu mich, dass sie und ich für einen Tag die Macht haben. Wahlen stellen die üblichen Verhältnisse – Politik schafft an, Menschen folgen Gesetzen oder protestieren dagegen – für einen Tag auf den Kopf. Und auch wenn die Ergebnisse von Wahlen meistens nicht alles auf den Kopf stellen: Meine Feiertage als Agnostiker sind Wahltage.

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der (fiktive) vorzugsstimmen-landtag

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Die ursprüngliche Grafik ist der Printversion der Tiroler Tageszeitung vom 29.4.2013 entnommen

Wie würde der Tiroler Landtag aussehen, wenn ausschließlich die Vorzugsstimmen regeln würden, wer die Abgeordneten der Parteien sind? Ich hab ausgerechnet, was herauskommen würde, wenn die Mandatsverteilung auf die Parteien bliebe, aber in allen Parteien die jeweils mit dem meisten Vorzugsstimmen ausgestatteten KandidatInnen Mandate bekämen – analog zum Modell, das die ÖVP bei der Gemeinderatswahl 2012 in Innsbruck angewandt hat.

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tirol: ein gespaltenes land

Vor den Wahlkarten sind genaue Zahlenspiele nicht relevant. Aber man kann anfangen, abzubilden, woran sich nicht mehr viel ändern wird – an Trends nämlich.

Ich fang an mit dem Ergebnis der 16 Tiroler Gemeinden, in denen mehr als 5.000 Menschen wahlberechtigt waren. In Summe leben in diesen Gemeinden knapp 95.000 Wahlberechtigte, also etwa ein Fünftel der TirolerInnen.

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der zweite sagt den trumpf an

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Was mir nach 4 Tagen in Tirol klar ist: Die ÖVP wird stärkste Partei bleiben. Günther Platter wird das Waterloo seiner Partei politisch dennoch nicht überleben. „Vorwärts“ und Stronach werden in den Landtag einziehen, aber unter den Erwartungen bleiben. Gurgiser ist raus, die Dinkhauser-Liste ohne Dinkhauser dürfte es schaffen.

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wen ihr wählen sollt

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Ich will eine kurze Geschichte von der Ingrid Felipe erzählen, die ich kennengelernt hab: Ingrid hat nämlich eine ganz besondere Qualität, die selten geworden ist: Sie ist kein Realo. Ingrid hat einen Gerechtigkeitssinn, der sich gewaschen hat. Und sie ist zäh. Viel zäher, als viele andere im politischen Geschäft, die ich kennengelernt hab.

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