Der erste Herausforderer der vermutlichen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat im ersten wichtigen Vorwahlstaat seine Kampagne gestartet: Rand Paul, republikanischer Senator aus Kentucky, ist drei Tage durch Iowa getourt. Warum Iowa? In den USA nominieren die beiden großen Parteien ihre Kandidatin bzw. ihren Kandidaten für die Präsidentschaft in basisdemokratischen Abstimmungen. Dabei wählen nicht alle 50 Bundesstaaten gleichzeitig, sondern der Prozess zieht sich über ein halbes Jahr. Erster Vorwahl-Staat ist seit 1972 das ländliche Iowa mit seinen 3 Mio. EinwohnerInnen. Wer die Vorwahlen seiner Partei in Iowa gewinnt, hat gute Karten für die Nominierung.
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innsbruck oder ein denkzettel für den boulevard
Der Abstand wird größer: Inklusive Wahlkarten werden die Grünen in Innsbruck 5% vor der ÖVP liegen, vor 15 Jahren war das Stimmverhältnis in der Tiroler Landeshauptstadt noch 3:1 für die Schwarzen.
der kleine feine riesige unterschied
Es sind die kleinen feinen Unterschiede, die in der verkürzten Darstellungsweise komplizierter politischer Themen einen riesigen Unterschied machen können. Diese kleinen feinen riesigen Unterschiede sind wichtig in diesem Land Europa. Denn die Gauner, die ganz große Sauereien planen, schreiben diese großen Sauereien ganz klein in eine Fußnote oder verweisen in einer eckigen Klammer auf Seite 427 darauf, dass es da übrigens noch ein Dokument gibt, in dem alles genauer beschrieben ist. Ob jemand rechtzeitig seine Nase in diese Papiere steckt und die kleinen feinen riesigen Unterschiede findet, kann für die öffentliche Hand Millionen und Abermillionen wert sein.
weil politik kein waschmittel ist
Die Jungen mögen Europa, weil sie mit schrankenlosen Grenzübertritten aufgewachsen sind und weil ihr „Erasmus“ kein Gelehrter, sondern ein halbes Jahr Party, internationales Flair und ein bißchen Studieren in ihrem Lieblingsland bedeutet. Die Älteren erinnern sich noch an grenznahe Kriege und an über der Steiermark wendende ausländische Kampfflieger. Wer den Krieg nicht kennt, weiß den Frieden nicht zu schätzen. Das alles muss man sichtbar machen und total pro-europäisch auftreten, sich in herzlichen Liebesgeständnissen überschlagen, dann kann man die Rechten und die NationalistInnen in die Schranken weisen. So könnte das Drehbuch der EU-Wahlkämpfe österreichischer Parteien aussehen.
schon wieder ein versprecher
Nein, was Eugen Freund abliefert, sind keine Versprecher. Es ist mangelnde Kompetenz. Und auf so etwas stürzen sich Medien gerne. Erst recht, wenn’s ins Bild passt. Und das tut’s – nachdem Freund sich darüber beschwert hatte, dass sein Gesicht nicht wie in den USA groß auf Autobussen durch die Gegend fährt und gleichzeitig das Einkommen von Durchschnitts-ÖsterreicherInnen auf 3000 Euro geschätzt hatte.
wem man was vorwerfen kann
1. Man kann Eugen Freund vorwerfen, dass er ein parteiischer Redakteur war, wenn man an einem konkreten Beispiel belegen kann, dass er ein parteiischer Redakteur war.
wem die neos (nicht) wehtun
Viel ist gerätselt worden: Wen kosten die Neos, die am 29. September neu in den Nationalrat eingezogen sind, Stimmen. Um das endgültig belegen zu können, müsste man die WählerInnen befragen, die tatsächlich ihr Kreuz bei den Pinken gemacht haben. Für eine seriöse Antwort auf diese Frage sind auch die Befragungen mit hohen Samples zu ungenau. Selbst bei 2.000 auskunftswilligen Befragten erwischt man gerade einmal 100 Neos-WählerInnen. Das Ergebnis dieser Analyse wäre 4 Mal so ungenau, wie eine der gefürchteten Sonntagsfragen mit n=400 – also eigentlich zum Verschmeißen.
warum die grünen in innsbruck gewinnen
Wir haben’s am Wahlabend schon gewusst: So bürgerlich ist diese Stadt nicht, so studentisch ist diese Stadt nicht, dass jede/r Vierte quasi als milieubedingte Unmutsäußerung grün wählt. Da ist ein bißchen mehr passiert in den letzten Jahren, dass die Grünen in Innsbruck einen Homerun landen und 2013 bei beiden Wahlen – bei der Landtagswahl und bei der Nationalratswahl stärkste Partei sind, zuletzt mit 24,2% der Stimmen. Dank der exzellenten Daten des Statistik-Amts der Stadt Innsbruck kann man einen ganz speziellen Blick in die Wahlergebnisse werfen.





