innsbruck oder ein denkzettel für den boulevard

Der Abstand wird größer: Inklusive Wahlkarten werden die Grünen in Innsbruck 5% vor der ÖVP liegen, vor 15 Jahren war das Stimmverhältnis in der Tiroler Landeshauptstadt noch 3:1 für die Schwarzen.


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Diese Zuwächse werden üblicherweise mit Generationenwechsel und Bobos und Gentrifizierung erklärt. Es ist ja auch einfacher für die älter werdenden Politologen, soziologisch klingenden Allgemeinplätze von sich zu geben, anstatt sich in die Daten einzulesen. Für Innsbruck stimmt das nicht mehr. Längst wachsen die Grünen in den ArbeiterInnenbezirken stärker, als in studentischen Vierteln: Im Vergleich zwischen Nationalratswahl 2013 und EU-Wahl 2014 haben die Grünen in den sozial schwächeren Milieus um 16,5% ihrer Stimmen zugelegt, in sozial stärkeren nur um knapp 8% ihrer Stimmen. Hier gibt’s alle Daten dazu.

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Die Themenlage der letzten Wochen war nicht so spaßig für die Grünen in Innsbruck: Mit Unterstützung des Boulevards hat die FPÖ vehemente Kampagnen gegen BettlerInnen hochgezogen und die Innsbrucker Drogenszene dominiert die Titelblätter der Bezirksmedien. Die Antwort der Grünen in Innsbruck darauf ist kompliziert: Ja, es gibt eine Drogenszene, hinter der die italienische Mafia steckt. Ja, das Betteln hat zugenommen aber wir wollen und können das nicht verbieten, sondern müssen die Ursachen bekämpfen.

Da zürnt die FPÖ, da zürnt der Boulevard, da zürnen jene Journalisten, die sich immer ein bißchen näher an die vermeintlichen NormalbürgerInnen zu schreiben versuchen. Die tatsächlichen NormalbürgerInnen haben den Hetzern mit Stift und Stimme am Sonntag in Innsbruck einen Denkzettel erteilt. Die FPÖ liegt auf Platz 4 in Innsbruck und auch im ganzen Land werden die Grünen mit Wahlkarten vor den ängstlichen Blauen landen.

 

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2 Gedanken zu „innsbruck oder ein denkzettel für den boulevard

  1. Hallo Paul, es gibt im Journalismus eine einfache Grundregel: Wird jemand massiv angegriffen, so werden auch die Anhänger und Freunde des Angegriffenen mobilisiert, vor allem dann, wenn die Absicht der Angriffe durchschaubar ist.
    Etwas locker gesagt: Die massiven Angriffe der letzten Zeit gegen Grün haben sich positiv für Grün ausgewirkt.

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