und jetzt zu den fakten

Ich glaube, es ist in erster Linie Unwissenheit, die für die antisemitischen Exzesse der letzten Tage verantwortlich ist. Und so, wie westliche Medien die Geschichte erzählt haben, war nicht Aufklärung das Ziel, sondern Stimmungsmache. Wenn tatsächlich ein „Friedensschiff“ auf „humanitärer Mission“ überraschend von „mörderischen Militärs“ überfallen worden wäre und dabei friedliche „Aktivisten“ „hingerichtet“ worden wären – ich wäre bei den Protesten dabei.

Aber jetzt zu den Fakten:

1) Friedensschiffe: Die Organisation hinter den Schiffen, die IHH, steht in engem Kontakt zur radikalislamischen Hamas. Sie zahlt den Familien von Selbstmordattentätern, die sich in israelischen Einkaufszentren in die Luft sprengen, Prämien. Die Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab und leugnet den Holocaust.

2) humanitäre Mission: Es ging den wichtigsten Vertretern der Schiffe nie um die Ladung der Schiffe. Die hätten sie auch anders nach Gaza bringen können, das hat ihnen Israel angeboten. Die Ladung war ihre Tarnung, auf die der Westen grandios hereingefallen ist. Es ging um das Durchbrechen der Gaza-Blockade. Das sagen übereinstimmend der Chef und die Sprecherin der Organisation und der ehem. deutsche Abgeordnete Paech von der PDS/Linke.

3) überraschend: Die israelische Regierung hat vier Tage vor der Abfahrt der Schiffe angekündigt, dass sie die Schiffe vor Gaza stoppen wird. Sie hat das noch einmal am Tag vor der Eskalation getan. Zwei Stunden vor dem Angriff hat sie angeboten, die Schiffe in den Hafen von Ashdod zu begleiten und die Ladung von dort mit der UNO am Landweg nach Gaza zu bringen.

4) mörderische Militärs: Der IDF-Einsatz war dilletantisch geplant. Aber wer sich in der Nacht auf ein Schiff abseilt, von 50 Menschen von allen Seiten mit Eisenstangen und Messern attackiert und über Balkone auf niedrigere Decks geworfen wird, ist in Lebensgefahr und macht von der Schusswaffe Gebrauch. Egal, ob Palästinenser, Israeli, Österreicher oder Türke.

Das alles heißt nicht, dass sich die israelische Regierung zu 100% richtig verhalten hat. Aber eines ist schon klar: die Gaza-Blockade ist überlebensnotwendig für Israel. Wenn permanent Raketen aus einem benachbarten Gebiet auf Schulen, Kindergärten und in Wohngebiete fliegen, muss ein Staat die Lieferung von Raketen unterbinden.

Über die Mittel lässt sich streiten, deswegen müssen die Vorfälle auf der Mavi Marmara untersucht werden. Aber wenn Medien eine Geschichte so erzählen, wie sie diese Geschichte erzählt haben, zahlt sich ein zweiter Blick aus. Das hat auch etwas mit Auschwitz und mit Mauthausen zu tun.