swing cities? mumpitz!

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Viel hab ich nach den 4 Landtagswahlen in diesem Jahr darüber gelesen, dass Wahlen in den Städten gewonnen und verloren werden. Der häufig dafür angeführte Grund: Die hätten eine schwankendere Wahlbeteiligung, am Land wählten die Menschen traditioneller bei jedem Wahlgang dasselbe. Klingt plausibel, stimmt aber nicht.

Mal so, mal so. Die letzten 9 Landtagswahlen zeigen ein gemischtes Bild: Ich habe jeweils die relativen Stimmengewinne- und Verluste im Landesergebnis und im Ergebnis der jeweils größten Stadt zusammengezählt. Keine Frage: Das ist in Steiermark, Tirol oder Salzburg, wo es im Wesentlichen nur eine Stadt gibt, aussagekräftiger, als in Oberösterreich oder in Vorarlberg. Die Grafik oben zeigt aber klar: Mal “swingen” die Städte mehr, mal weniger als das ganze Land.

Kann man sich bauchgefühlmäßig so täuschen? Man kann. Auch bei den Nationalratswahlen 2008 sind die Städte nicht mehr “geswingt”, als das ganze Land. Beim bisher letzten bundesweiten Urnengang waren sogar 6 größte Bundesländer-Städte weniger volatil, als der Bundesschnitt.

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Lesebeispiel: Alle zusammengezählten “Plusse” und “Minusse” der Parteien in Dornbirn liegen bei 40%

Aber Achtung. Keine Statistik ohne Zweifel: Im Jahr 2006 war der Wechsel in 8 von 9 Städten stärker, als bundesweit. Hier tanzt Klagenfurt aufgrund des Wechsels des Großteils der Kärntner Landespartei von der FPÖ zum BZÖ aus der Reihe. Aber auch sonst sind die Städte 2006 ein bißchen stärker “geswingt”, als der Bundestrend.

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Unterm Strich bleibt, vorerst: Das Gerede von den “Swing Cities” ist Mumpitz. Nur noch so eine PolitikberaterInnen-Sprechblase ohne reale Abbildung. Ich hab ja einen Verdacht: Der Wechsel kommt am stärksten aus den Kleinstädten. Aber das kann ich (noch) nicht beweisen.

was der außenminister tun könnte

Sehr geehrter Herr Klubobmann Strache,

mein Parteigeschäftsführer Hannes Rauch hat mich auf die, wie er meint, menschenverachtenden Aussagen aufmerksam gemacht, die in der Broschüre an die Wahlkämpfer Ihrer Partei fallen. Ich bin mit meinem Geschäftsführer einer Meinung: Unsere ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen als Sündenböcke zu verwenden und dabei nicht einmal davor zurückzuscheuen, sie für Krankheiten und hohe Immobilienpreise verantwortlich zu machen, geht zu weit. Ich bin als Außenminister viel im Ausland unterwegs und finde es für Österreichs Image unerträglich, dass wieder solche Parolen für Schlagzeilen sorgen, die an die schlimmsten Zeiten unseres Landes erinnern.

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35 liberale hochburgen und ein märchen

Bildschirmfoto 2013-05-16 um 13.25.46Da, wo es Seen, Einfamilienhäuser und Latte Macchiato gibt, sind besonders viele Liberale. Das gilt für Grüne genauso. Deshalb ist die einfache Rechnung, die in den Medien dieser Tage aufgestellt wird: Wenn Liberale wieder ernsthaft bei einer Nationalratswahl antreten, so wie das die “Neos” gemeinsam mit dem “Liberalen Forum” im Herbst planen, werden die bei den Grünen knabbern.

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geht nicht geht nicht

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Schwarz-Grün wird in Tirol von vielen meiner FreundInnen und Bekannten, von lokalen KünstlerInnen und Satiregrößen geprügelt, bevor noch das Programm präsentiert worden ist. „Nie mit Platter“ wurde gefordert, das „Beiwagerl des Bauernbundes“ geschimpft, Ingrid Felipe sitzt am BeifahrerInnensitz des roten Autos, das Platter an die Wand fährt und dergleichen mehr. Ich versteh den Ärger aus dem Bauch heraus. Vernünftig ist er nicht.

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die jungen schwarzen und der sex

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Warum brauchen Werbungen von ÖVP-Jugendorganisationen immer Sex? Und warum brauchen sie so oft Sexismus, also den herabwürdigenden Blick eines (in der Regel männlichen) Geschlechts auf das andere, das wahlweise 24 Stunden am Tag aufs Kreuz gelegt werden kann oder sich “geil” um einen späteren Staatssekretär auf einem protzigen Luxusauto räkeln darf. „Sex sells“ ist die einfachste Antwort. “Wir sind die mit Humor, während die anderen verkrampft und prüde sind”, ist eine andere. „Aufmerksamkeit erregen, um die Wahlbeteiligung zu steigern“, werden wir mit dem ein oder anderen Zwinkersmilie in den kommenden Tagen hören, wenn sich die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft für ihren neuesten Unfug rechtfertigt.

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ein antifaschistischer staatsakt

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Foto: Karl Staudinger

TouristInnen haben mich heute Abend am Heldenplatz gefragt, was eigentlich der Anlass für diese wunderbare Musik ist, die über den symbolischen Austragungsort österreichischer (Geschichts-) Konflikte erklingt. Beethovens Siebte, geschrieben anlässlich der Niederlage des verrückt gewordenen Aufklärers Napoleon – wie sollten die FranzösInnen das verstehen? Ich musste ausholen. Es war meinen GesprächspartnerInnen aus der Bretagne ein bißchen zu kompliziert. Sie sind gegangen, bevor ich auch nur bei Waldheim angekommen war.

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plädoyer für gute umfragen

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Jetzt stürzen sich also alle auf die Meinungsforschung. Humboldt-Witze machen die Runde. Wie so oft, wenn jemand an den Pranger gestellt werden muss man auf die schauen, die der öffentlichen Kritik ein bißchen abseits zuschauen und auch ein bißchen leiser klatschen, als alle anderen. „Die Meinungsforscher“ gibt es nämlich ebensowenig, wie „die Ausländer“ oder „die Männer“. Der demokratische Vorgänge verzerrende Effekt der „Kopf-an-Kopf“-Rennen hat viel mehr ProfiteurInnen, als landläufig bekannt ist. Sieglinde Katharina Rosenberger und Gilg Seeber haben anhand der Nationalratswahl 2002 diese Effekte des „horse race journalism“ und ihre ProfiteurInnen vor den Vorhang geholt. In der aktuellen Debatte – knapp 5 Monate vor dem nächsten inszenierten Pferderennen bei der Nationalratswahl 2013 – ist es wertvoll, bei den beiden PolitikwissenschafterInnen nachzulesen.

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