innsbruck darf nicht sankt pölten werden


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Die Ausgangsposition war in etwa die Selbe: Bei den Landtagswahlen 1998 schnitt die ÖVP in den schwarzen Kernländern Tirol, Salzburg und Niederösterreich jeweils etwa 12-14% besser ab, als bei den Nationalratswahlen 1999. Auf unterschiedlichem Niveau freilich – die Tiroler ÖVP kratzte knapp an der absoluten Mehrheit der Stimmen, die Salzburger ÖVP an der 40%-Hürde. Bei den folgenden zwei Nationalratswahlen bleibt das Bild ähnlich: Die Tiroler ÖVP-Ergebnisse sind 4-5 Prozentpunkte stärker, als die ÖVP-Ergebnisse in Salzburg und Niederösterreich. Hätte Fritz Dinkhauser 2008 nicht bei den Nationalratswahlen kandidiert und in Tirol 9% der Stimmen gemacht, wäre auch die bisher letzten Nationalratswahl in der Reihe.

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Anleitung: ÖVP in NÖ bei Landtagswahlen 2008 22% besser, als bei Nationalratswahlen 2008

Ganz anders die Landtagswahlen. Die Salzburger ÖVP bleibt immer zwischen 35 und 39%. Die niederösterreichische Pröll-VP steigert sich in zehn Jahren ab 1998 um 10% von 44% auf 54%. In Tirol ist’s umgekehrt: Deren Ergebnisse fallen seit der Landtagswahl 2003, als Herwig van Staa die absolute Mehrheit in Mandaten holte, stetig. Seit Schüssels Triumph 2002 hat die Tiroler ÖVP bei jeder Wahl noch weniger Stimmen im ehemals heiligen Land gemacht. Pröll hat 10% draufgelegt, van Staa hat 10% verloren. Das liegt einerseits an den großen Gemeinden: Nur 2 der 7 größten Tiroler Gemeinden haben noch ÖVP-Bürgermeister. Vor 3 Jahren waren es noch 6 von 7. Bei den Landtagswahlen in drei Wochen könnte die ÖVP erstmals seit 1945 nicht mehr Nummer 1 in Innsbruck sein. Das geht nicht gut in einem Bundesland, in dem ein Drittel der EinwohnerInnen seinen Lebensmittelpunkt in der Landeshauptstadt hat.

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Aber Achtung. Die Landeshauptfrau-Kandidiatin der ÖVP-Abspaltung „Vorwärts“, Anna Hosp, hat 2008 gemeinsam mit Herwig van Staa die Koalitionsverhandlungen für die heutige schwarz-rote Koalition in Tirol geführt. Das Antreten der halben zweiten Reihe der ÖVP auf einer anderen Liste wird der Stamm-ÖVP weiter schaden. Die Gruppe liegt bereits im zweistelligen Bereich, in Hosps Heimatbezirk bei 38%. Aber Achtung: Die Zusammenführung nach der Wahl ist schon in Vorbereitung. Gemeinsam könnten die beiden Tiroler ÖVP-Listen sogar das Pröll-Ergebnis schlagen und die für immer verloren geglaubte Absolute zurückholen. Dann müsste Karlheinz Töchterle auch nicht Bundespräsident werden.

Disclaimer: Ich habe 2006-2011 bei den Tiroler Grünen gearbeitet. Meine dortigen Erfahrungen mit den Tiroler Verhältnissen könnten meine Sichtweise beeinflussen.

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