ungeordnetes zu gestern

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Black is weg. Die ÖVP hat sich 10 Jahre lang geweigert, sich mit der Mitte der Gesellschaft in Richtung einer offenen Selbigen zu bewegen. Die traditionell konservativen westlichen Bundesländer müssen jetzt Schrittmacher in Richtung Liberalismus spielen. In der Bundeshauptstadt bewegen sich die dort verbliebenen Katholen-Fundis von oben auf die Einstelligkeit zu. Die kriegen das pinke ÖVPchen sicher nicht wieder weg.

Got the blues. Es gibt seit 25 Jahren ein Problem mit zornigen jungen Männern, die ihre Wut auf die Welt im blau wählen kanalisieren. Es gibt seit 25 Jahren keine seriöse qualitative Untersuchung dieses antidemokratischen Fanals einer Geschlechter- und Alterskohorte.

Rote Restlbewirtschaftung. Es reicht nicht, „Arbeit“ auf rote Plakate zu schreiben. Es reicht nicht, den sozialen Turbo acht Wochen vor der Wahl einzuschalten. Die SPÖ hat ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem, sonst hätten der exzellente Wahlkampf und der ebenso gut gebriefte Kanzler den 3er vorne stehen haben müssen.

Alfred Gusenbauer. Immer wieder zurück in den November 2006. Die SPÖ hatte die Wahlen überraschend gewonnen, Schüssel stand beleidigt vom Verhandlungstisch auf. Rot-grüne Mehrheit in den Umfragen, SPÖ über 40%. Zwei Wochen später schenkt die SPÖ der ÖVP Finanz-, Innen- und Wirtschaftsministerium. Der Rest und der Kanzler sind Geschichte.

Grüne Dilemmata. Wie man’s macht, ist’s verkehrt. Bei einem Themenwahlkampf hörst du „so kriegt ihr keine WählerInnen abseits der Kernschichten.“ Führst du einen Markenwahlkampf hörst du, das verjage die Kernschichten. Unterm Strich: Eva Glawischnig hat sich mehr verdient, als 12 Prozent. Wie das ginge, weiß ich (noch) nicht.

Medienmacher. Die positive Erkenntnis: Die Rückendeckung der Fellners und Pandis hat Faymann nicht viel geholfen. Die negative Erkenntnis: Die Logik des eine/n rote/n und eine/n schwarze/n ExpertIn Befragens zieht sich auch bei sogenannten Qualitätsmedien durch. Und Ö1 übernimmt die „Ausgrenzungs“-Diktion Straches, anstatt einen antifaschistischen Grundkonsens einzufordern. Der wäre auch in ihrem Interesse.

We built this city on Rock ’n Roll. Innsbruck ist anders. Die Grünen haben in diesem Jahr alle Wahlen in der Tiroler Landeshauptstadt gewonnen, mit den Wahlkarten knacken die Grünen die 25%-Hürde. Die FPÖ liegt auf Platz 4.

Schwarzblaustronach? So ausgeprägt ist der Todestrieb der ÖVP dann doch wieder nicht. Wird Erwin Pröll nicht zulassen. Hoffe ich.

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4 Gedanken zu „ungeordnetes zu gestern

  1. „Wie man’s macht, ist’s verkehrt.“ Genau das ist das grüne Problem! Wenn man weltfremde Politik macht, wird man nicht einmal die FPÖ schlagen können… Glawischnig ist fehl am Platz, die Plakatkampagne war desaströs und das Ergebnis in Innsbruck hat im Vergleich zum Gesamtösterreichischenergebnis einen untergeordneten Stellenwert – man darf sich nicht wundern warum die Wähler eher den H.C., Fränk und NEOS bevorzugen, viele dieser Stimmen hätte Grün haben können mit einer anderen Wahlkampagne…

    • 1.Unzumutbare Forderungen an die Autofahrer (Tempo 80 auf Bundestraßen, Tempo 100 auf Autobahnen, das Theater um die Parkplätze in Wien etc.)
      2. grenzdebile Filmchen wie „Fränk kauft sich einen Spielplatz“ oder der mit Hatschi statt H.C. … zum Fremdschämen, fast auf FPÖ Niveau, nur noch dümmer.
      3. Die Wahlplakate, die ausgetauscht wurden – als erstes infantile Plakate mit Maikäfer, Lamm („Weniger belämmert“ -> zum ersten mal bezeichnet sich eine Partei auf Plakaten als belämmert!!) – und Affe (Wer einmal lügt…) – hat eigentlich ein Kindergartenkind die Wahlkampagne geleitet??, dann plötzlich (nach herber Kritik) wurden die Plakate durch „EVA“ Plakate ersetzt.
      4. Die Heterophobe / Familienfeindliche Haltung (Mutter soll arbeiten gehen, Kinder am besten irgendwo in einem Hort/bei einer Tagesmutter abgeben) der Grünen im allgemeinen.

      Ich bin kein erfahrener Wahlkampfleiter, aber ich habe in den letzten Monaten gesehen wie es NICHT laufen soll.

  2. Mütter sollen auch arbeiten gehen.
    Die Plakate – ja mei – nicht das gelbe vom Ei, aber ehrlich gesagt, haben mich Plakate noch nie beeindruckt.

    LG,
    Barbara Stöckl

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