die erste koalition mit stronach?

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Es wird ein großes strategisches Dilemma sein, vor dem die SPÖ und die ÖVP nach der Salzburger Landtagswahl stehen werden. Denn es sieht in allen aktuellen Umfragen so aus, als hätten beide nur mit der jeweils anderen Partei eine Mehrheit im Landtag. Und weil blau und grün nicht miteinander können, gibt es eine Dreier-Koalition nur mit einer Beteiligung der Stronachpartei. In Salzburg entscheidet sich nicht nur, wer beim letzten großen Wahlgang vor der Nationalratswahl im Herbst Rückenwind bekommt. Sondern auch die Zukunft der Stronachpartei.

Eines sei vorweggeschickt. Es gibt hin und wieder kleine Wunder in der Politik. Mit einem solchen kleinen Wunder könnte es eine rot-grüne Mehrheit in Salzburg geben. Gabi Burgstaller steht in den letzten Umfragen bei etwa 30 Prozent, die Grünen bei um die 15 Prozent. Wenn die Grünen die Verdoppelung ihrer Stimmen verwirklichen und die Landeshauptfrau einen super Schlusssprint hinlegt, ist eine Mehrheit links der Mitte in Salzburg möglich. Wenn das passiert, wird es Rot-Grün geben.

Gezielte Angriffe. Die Salzburger Stronachpartei ist ein Sonderfall unter den bisher bekannten Landesorganisationen. Hier steht mit Hans Mayr ein nicht ganz unwichtiger schwarzer Bürgermeister an der Spitze der Liste des kanadischen Milliardärs. Mit dem Chaos aus Tirol oder Skurrilität eines Gerhard Köfer in Kärnten hat die Salzburger Stronachpartei nichts zu tun. Sie wäre ein möglicher Koalitionspartner für SPÖ oder ÖVP in einer Dreierkoalition. Rechnerisch geht sich vermutlich jede Variante einer der großen Parteien mit zwei aus Grünen, FPÖ und Stronachpartei aus. Allerdings hat die Landeshauptfrau eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen. Bleiben also Schwarz-Blau-Stronach, Rot-Grün-Stronach und Schwarz-Grün-Stronach.

Stronach etablieren. Die Frage des Umgangs mit Stronach in Salzburg ist zentral in Hinblick auf die Nationalratswahl und darüber hinaus: Darüber mussen sich in der Löwelstraße und in der Lichtenfelsgasse die Parteizentralen von SPÖ und ÖVP den Kopf zerbrechen. Denn eine Stronachpartei mit geringem Freak-Faktor in eine Landesregierung zu holen, etabliert die Milliardärs-Liste weiter. Das ist für beide ehemaligen Großpartei ein gefährliches Spiel. In Tirol und Niederösterreich ist der Lack der Stronachpartei längst ab. Wenn dem Milliardär die Lust an seinem kleinen österreichischen Spielzeug vergeht, könnte sein Abgeordnetenrecycling-Verein auch schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Wenn aber SPÖ oder ÖVP den Salzburger Ableger in eine Koalition holen, ist das vorerst eine Überlebensgarantie für die Stronachpartei. Und es macht Angriffe auf die Idee der gekauften Politik schwieriger, weil der Hinweis auf Salzburg postwendend käme. Oder, eine ganz andere Möglichkeit: Die ehemaligen Großparteien wollen eine Etablierung Stronachs beschleunigen, weil der Strache klein hält?

Eigentlich auch keine Alternative. Am wahrscheinlichsten ist ob der Unwägbarkeiten der Dreierkoalitionen eine Neuauflage von Rot-Schwarz. Allerdings muss dann die schwächere der beiden Parteien ihre Führungsspitze austauschen. Es ist unvorstellbar, dass nach dem dreckigen letzten halben Jahr die ÖVP Gabi Burgstaller oder die SPÖ Wilfried Haslauer junior als Landeshauptfrau oder -mann wählt. Dann gäbe es eine Koalition der WahlverliererInnen, was für die Bundesparteien ebenfalls keine gute Nachricht in Hinblick auf die Nationalratswahlen ist.

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