battleground zero

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Mich interessieren als in Tirol erwachsen gewordener politisch denkender Mensch natürlich die dortigen Landtagswahlen am meisten. Trotzdem: Der Battleground Zero ist Salzburg. Dort steht’s im Rennen um die Nummer 1 und damit um den Landeshauptfrausessel Spitz auf Knopf. Tirol kann einen Einfluss auf Salzburg haben. Aber überregional relevant ist Salzburg: Wer im Chiemseehof das größte Zimmer hat, geht heuer mit Rückenwind in die Nationalratswahl im September. Warum?

Straches zweites Waterloo? In Tirol wird Günther Platter verlieren und durch einen anderen ÖVP-Landeshauptmann ersetzt werden (ich sehe keine Frau, die die ÖVP an die Spitze ließe). Das ist alles schon recht klar und wird niemanden überraschen. Ich tippe, die Platter-Nachfolge betreffend, auf Karlheinz Töchterle. Ob die bereits 2008 auf Minimalbestand geschrumpfte SPÖ im „heiligen Land“ 2% gewinnt oder verliert und ob die Grünen eines oder drei Prozent dazugewinnen, wird nach Salzburg vergessen sein. Tirol ist für die Kleinen spannender: Scheitert Stronach, ist er zum ersten Mal eindeutiger Verlierer – wir werden sehen, ob der Lack dann zu splittern beginnt. Bricht die FPÖ ein, wie es Prognosen vorsehen und wird einstellig, werden Straches innerparteilichen Konkurrenten die Messer noch stärker wetzen. Dann muss Strache – welch Treppenwitz der Geschichte – auf seinen Salzburger FPÖ-Chef Schnell und auf dessen Ergebnis hoffen, um nicht völlig beschädigt in die Nationaratswahl zu gehen.

Salzburg ist der battleground zero. Gabi Burgstaller hat nur auf den ersten Blick eine katastrophale Ausgangssituation. Klar: Der momentan alles übertönende Finanzskandal wird der stärkeren Regierungspartei zugerechnet. Aber das Krisenmanagement mit einem Finanzlandesrat, der 6 Wochen lang den Kopf für die Landeshauptfrau hinhält und gleichzeitig einen eleganten Abgang auf Zeit macht, war clever. Gerade, wenn Landtagswahlen so knapp vorhergesagt sind, wie in Salzburg, ist Persönlichkeitsbonus entscheidend. Das hat die letzte steirische Landtagswahl gezeigt, bei der Franz Voves der SPÖ den ersten Platz gerettet hat. Auch Salzburg als zweites Land, das im „roten Oktober“ 2004 nach jahrzehntelanger ÖVP-Herrschaft zur SPÖ gekippt ist, könnte einen ähnlichen Effekt sehen. Gabi Burgstaller ist eine umstrittene Figur, aber sie ist eine Figur. Wilfried Haslauer ist in erster Linie ein Junior.

Rot-Grün. Die letzte Salzburger Umfrage sah SPÖ und ÖVP Kopf an Kopf und die Grünen auf Platz drei, mit verdoppelten Stimmen. In Tirol liegen die Grünen auf Platz zwei und die FPÖ auf Platz 5 in den Umfragen. Auch das könnte ein Trend sein, der sich bei einer weiteren Beschädigung von Heinz Strache fortsetzen könnte. Wenn die Grünen in Salzburg und in Tirol die FPÖ schlagen können, warum dann nicht auch im Bund? Und wieviel fehlt dann auf Rot-Grün?

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