as ohio goes, so goes the nation

So, das geht jetzt wirklich ganz einfach. Im US-amerikanischen Wahlsystem zählt nicht jede Stimme gleich viel. Wer PräsidentIn wird, entscheiden Delegierte jedes Bundesstaats, die im Electoral College so stimmen, wie die einfache, relative Mehrheit ihrer Bevölkerung. Das heißt: Wer am meisten Stimmen in einem Staat hat, bekommt alle Wahl“männer“. 270 davon braucht man, um PräsidentIn zu werden.

Obama fehlen noch 23 Wahl“männer“

Präsident Obama hat 247 Stimmen fix, es fehlen also 23 zum Sieg am 6. November. Es gibt 7 Staaten, die noch offen sind. Ich nehme das eigentlich demokratische Wisconsin und das eigentlich republikanische North Carolina aus. Die sind in den Umfragen noch nicht außerhalb der Schwankungsbreite. Aber wenn Romney das blaue Wisconsin gewinnt, hat er davor an genug anderen Plätzen Wahl“männer“ gesammelt, um Präsident zu sein. Das gleiche gilt für Obama und North Carolina. Ich halt mich da an die sehr einleuchtende Definition von Bill Clintons Chefstrategen James Carville.

Hier also die Staaten, aus denen Obama insgesamt 23 Stimmen fürs Electoral College braucht.

  • Florida 29
  • Ohio 18
  • Virginia 13
  • Colorado 9
  • Nevada 6
  • Iowa 6
  • New Hampshire 4

Buckeye: Alles andere, Nebensache

Die wahrscheinlichste Variante für den amtierenden Präsidenten ist, dass er mit Ohio und Nevada über die Ziellinie kommt. In beiden Staaten hat Obama die letzten Wochen hindurch knappe, aber stabile Führungen. Verliert Obama die drei verbliebenen großen Staaten Florida, Ohio und Virginia, kann er trotzdem Präsident bleiben, wenn er die vier kleineren gewinnt. Aber wieder gilt: Es ist sehr unwahrscheinlich, einen Staat mit stabilen Führungen (Ohio) zu verlieren und gleichzeitig einen zu gewinnen, der wirklich Spitz auf Knopf steht (Colorado, New Hampshire, Virginia).

Im Klartext: Wenn der Sturm „Sandy“ das Rennen nicht dreht, wird am 20. Jänner derjenige den Amtseid ablegen, der Ohio gewinnt. Alles andere ergibt sich für den Gewinner des Buckeye State von selbst.

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Fußnote am Rande, weil das noch ein riesengroßes Fragezeichen ist: Der meistgelesene Wahl-Statistiker im Web, Nate Silver, hat 2008 mit komplizierten Algorithmen 49 von 50 Staaten richtig vorausgesagt. Und er schreibt gestern auf seinem Blog, dass seine prognostizierten Gewinner für dem 6. November in allen 50 Staaten die gleichen sind, wie am 7. Juni. Faszinierend, irgendwie.

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Ein Gedanke zu „as ohio goes, so goes the nation

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