den weltfrieden per parlamentsbeschluss

Es wird sie geben, die zu Unrecht um das Besuchsrecht bei ihren Kindern gekommenen Vätern. Es wird auch Lösungen geben, die gegen den Widerstand einer betroffenen Gruppe verordnet werden können. Der Weltfrieden per Parlamentsbeschluss ist leider nicht möglich. Und Scheidungskriege lassen sich halt auch nicht per Gesetz beenden.

Genau das versucht aber die dumpfste Justizministerin aller Zeiten. Zur Erinnerung: Die ÖVP hat Claudia Bandion-Ortner deswegen in die Regierung geholt, weil sie als Richterin in der BAWAG-Affäre so schön Arm in Arm mit der Kronenzeitung den jetzigen Koalitionspartner durch den Kakao gezogen hat. Dementsprechend qualifiziert ist auch der Vorschlag zur sogenannten „gemeinsamen Obsorge“. Wer sich scheiden lässt und Kinder hat, soll automatisch gemeinsam für die Kindererziehung verantwortlich sein, gemeinsam über den Wohnort des Kindes entscheiden sollen und vieles Mehr.

Scheidungskriege werden schon jetzt auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Mit der verordneten „gemeinsamen Obsorge“ wird das aber noch schlimmer. Da können getrennte Paare noch so über den Gegenwert des neuen Polo oder des gebrauchten Solariums streiten, über die Mietzahlungen und Sparbücher. Über das Kind, seinen Wohnort, seine Ausbildung und seine Beziehungen zu Verwandten werden sie sich schon einigen können, macht die unsägliche Bandion-Ortner jetzt glauben. Man könne den Eltern so bewusst machen, dass ihr Kind nicht unter der Scheidung leiden soll, argumentiert die ÖVP.

In Wirklichkeit drückt sich die ÖVP mit der automatischen „gemeinsamen Obsorge“ um Personal in der Justiz und vor allem um PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und PädagogInnen. Die bräuchte es nämlich, um kinderfreundliche Lösungen gemeinsam mit allen Beteiligten herbeizuführen. Und bevor fatale Schnellschüsse auf den vernachlässigbaren Druck der ebenso unsäglichen Väterrechtler zustande kommen, sollen die Gerichte entscheiden, wer bei Streitigkeiten zwischen den Eltern das letzte Wort hat. Da gilt dann für Kinder, was die Illusion friedlicher Eltern betrifft: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

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