kein (blaues) wunder

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Wie heißt der steirische FPÖ-Spitzenkandidat? Das weiß von denen, die dort FPÖ gewählt haben, wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte. Ist aber auch wurscht: Weil offenbar zieht die Marke unabhängig vom Personal. Das ist einer der beiden äußerst beunruhigenden Befunde dieses Wahlsonntags. Der zweite ist noch beunruhigender: Die FPÖ hat bisher trotz Zuwächse nirgends die Haider-Ergebnisse geschlagen. Das hat sich heute geändert: Das stärkste Landtags-Ergebnis der FPÖ aller Zeiten lag in der Steiermark bisher bei 17%, heute kratzt die Partei des unbekannten Spitzenkandidaten an der 30%-Marke. Das sind also keine RückkehrerInnen aus Haider-Zeiten, sondern das sind zehntausende ganz neue FPÖ-WählerInnen, die ihre Stimme auch ohne wahrnehmbare Kampagne und Personal den ganz Rechten geben.

Wie kriegen wir diese Leute wieder auf unsere Seite der Grenze zum rechten Lager? Mit der Imitationstaktik funktioniert das ja offenbar nicht. Das hat Voves versucht: Er hat in der Integrationsdebatte gezündelt und wollte „Tatbestände“ ausarbeiten lassen, die als „Integrationsunwilligkeit“ bestraft werden. Michael Häupl hat seinen steirischen LH-Kollegen daraufhin mit der Pegida verglichen. Zehntausende steirische WählerInnen haben ihr Kreuzerl trotz rechts blinkenden SP-Landeshauptmanns bei der FPÖ gemacht. Das Imitieren funktioniert also nicht, weil die Leute zum Schmied gehen und nicht zum Schmiedl – sogar, wenn sie den Schmied gar nicht kennen, wie sich heute herausgestellt hat.

Das Zauberwort hieße Unterscheidbarkeit: Die Roten müssen wieder roter werden, die Schwarzen schwarzer und die Grünen grüner. Ich hab das vor fünf Jahren am Tag der letzten Wien-Wahl beschrieben und es stimmt leider noch immer jedes Wort.

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Ein Gedanke zu „kein (blaues) wunder

  1. In der Tat – beunruhigend. Aber Rot-Blau geht sehenden Auges in den Untergang. Auch auf Bundesebene. Anstatt einmal ernsthaft zu überlegen, wie man den „kleinen Mann“ verstehen und antsprechend politisch aufklären und auch bedienen kann, schäkern sie mit Umfragevorsprüngen von 1 bis 2 Prozent, Hauptsache „vorne“, und wenns noch so knapp ist.
    Eine Verantwortunsglosigkeit sondergleichen in Anbetracht der Zukunft dieses Landes.

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