wo der rot-stift besonders weh tut

Bildschirmfoto 2014-04-11 um 17.40.17

Ich war heute mit meiner Chefin in einer Neuen Mittelschule. Da haben wir eine sehr engagierte Direktorin kennengelernt, die mit viel Verve und Herzblut daran arbeitet, ihren SchülerInnen alle Türen zu höherer Bildung aufzumachen. Das ist nicht ganz einfach in einer Schule, deren Kinder großteils aus sozial benachteiligten Familien kommen. „Wir haben viele Kinder mit Migrationshintergrund, darf man das sagen?“, hat die Direktorin gesagt. Ja, man darf.

Die Direktorin hat von großen Fortschritten in den letzten Jahren erzählt: Die bessere Ausstattung mit ZweitlehrerInnen für die Klassen zeige deutliche Wirkung. Kleinere Klassen und niedrigere Teilungsziffern in den sogenannten Hauptfächern helfen, lernschwache Kinder individuell zu betreuen. Jetzt gibt es wieder Kinder, die nach der Neuen Mittelschule in ein Oberstufen-Gym oder in eine HTL oder in eine HAK wechseln können, haben wir uns erzählen lassen. Das ist schön, wenn den Kindern Türen aufgemacht werden, die ihnen bisher fest verschlossen schienen, haben wir gehört.

Heute hat die Unterrichtsministerin gesagt, dass sie 2014 und 2015 insgesamt 117 Millionen Euro sparen muss. Es wird die Neue Mittelschule treffen. Anlässlich der leicht verbesserten PISA-Ergebnisse hat sich der Bundeskanzler vor weniger als 4 Monaten gefreut, „dass Maßnahmen wie die Verkleinerung der Klassen und bessere Betreuung Wirkung gezeigt haben.“ Die Unterrichtsministerin hat sich mit dem Kanzler gefreut, dass „die Neue Mittelschule Platz greift“ und die Verbesserungen auf die Doppelbetreuung in den Hauptfächern zurückgeführt.

Jetzt ist die Hypo Tschari gegangen und es herrscht Sparzwang. So weit, so schlecht. Aber das just die Sozialdemokratie die ersten Kürzungen ankündigt, dass sie just im Bildungsbereich den Rotstift ansetzt und dass just das Prestigeprojekt Neue Mittelschule gekappt wird, tut weh. Das haben sich die, die sich von ihrer SPÖ-Stimme gute Bildungspolitik erwartet haben, schlicht nicht verdient. Und die Kinder und ihre engagierte Direktorin erst recht nicht.

Advertisements

Ein Gedanke zu „wo der rot-stift besonders weh tut

  1. Diese Regierung ist eigentlich zum Davonjagen. Anstatt in Bildung und damit in die Zukunft zu investieren, wird alles dem Hypo-Alpe-AdriA Debakel untergeordnet.
    Aber das begreifen jetzt sogar die Dümmsten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s