die großen gewinnerInnen und verliererInnen

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GewinnerInnen

Kärnten/Koroska. Bis vor kurzem haben mir alle Exil-KärntnerInnen gesagt, dass sie nicht an die Wende in Kärnten/Koroska glauben. Das Land der tausend Seen hat nach 22 Jahren Haiderismus einen Schlussstrich gezogen. Das politische Personal an der Spitze der vermutlichen Regierungsparteien hat Potenzial. Kaiser ist kein Ambrozy oder Rohr, Waldner ist kein Zernatto. Macht’s was draus!

BZÖ. Totgesagte leben länger. Sepp Bucher, Stefan Petzner und die handvoll noch verbliebener MitstreiterInnen ziehen das erste Mal in ein Landesparlament ein. Damit haben sie eine Legitimation, auch für den Nationalrat zu kandidieren. Auch wenn die 4%-Hürde für die Rumpftruppe schwer zu nehmen ist: Ihren Preis für allfällige Parteiwechsel haben die ProtagonistInnen auf jeden Fall nach oben getrieben.

Rolf Holub. Der grüne Frontrunner in Kärnten/Koroska hat das grüne Ergebnis mehr als verdoppelt und wird nach Eva Lichtenberger, Rudi Anschober und Maria Vassilakou das vierte grüne Mitglied einer Landesregierung. Als Anti-Korruptions-Koriphäe ist er für seine Partei unverzichtbar geworden und hat über sein Heimatbundesland hinaus viele Sympathien gewonnen.

Gerhard Köfer. Der Spittaler Bürgermeister ist Stronachs stärkstes Pferd im Stall und schlägt trotz wesentlich schwierigerer Ausgangssituation in Kärnten/Koroska seinen Parteichef, der in Niederösterreich weit unter den Erwartungen bleibt. Jetzt hat Köfer alle Optionen und pokert bereits: Ob er Landesrat in Kärnten wird oder in Wien bleibt, lässt er offen.

VerliererInnen

Spindelegger. Für den ÖVP-Chef ist das Ergebnis in vielfacher Hinsicht eine Niederlage. Zwei Mal steht ein Minus vor dem Ergebnis. Erwin Pröll wird dem Vizekanzler trotzdem noch mehr auf der Nase herumtanzen, als bisher. Alle drei Rechtsparteien haben den Wahltag überlebt, Bucher und Stronach mit neuem Selbstbewusstsein. Strache wird wieder grauslich werden und damit als Koalitionsvariante für Spindelegger immer untragbarer. Der nach Kärnten abgeschobene Wolfgang Waldner entwickelt sich zum Bumerang für die ÖVP: Der wird nämlich mit Rot und Grün koaliieren. Seinen Anti-Rotgrün-Wahlkampf wird sich Spindelegger damit auch aufmalen können.

Strache. Die WählerInnenstromanalysen zeigen: Frank Stronach ist tatsächlich fast ausschließlich ein FPÖ-Problem. Es sind Straches WählerInnen – unter 30-jährige Männer und ProtestwählerInnen jenseits der 60 – bei denen der Milliardär fischt. Straches Kanzleranspruch mutet angesichts der blauen Tragödie am Wörthersee und der Verluste in Niederösterreich absurd an. Der FPÖ-Chef hat seinen Zenit überschritten.

Stronach. 9,8% zu 50,8%: Das große Duell mit Erwin Pröll war natürlich nur ein Bluff. Der Milliardär hat alles auf eine Karte gesetzt und hat in Niederösterreich perfekte Voraussetzungen vorgefunden: Einen allmächtigen Landeschef mit Dreck am Stecken, eine schwache Opposition und haufenweise ÖVPler aus der dritten Reihe in Stronachs Team. Angesichts dessen ist das einstellige Ergebnis für Stronach, der wie Strache den Kanzleranspruch stellt, schwach. Der Zank mit dem Kärntner Spitzenmann ist vorprogrammiert. Und bis zur Nationalratswahl sind es jetzt 7 Monate. Dazwischen warten Landtagswahlen in Bundesländern mit katastrophalem Personal und starken Oppositionsparteien auf Stronach. Ob er den langen Atem dafür hat?

Leitner. Ihr wisst nicht, wer das ist? Genau das war sein Problem. Aber Leitner ist auch ein Problem für die Löwelstraße. Nur mehr jede fünfte Stimme in Österreichs größten Bundesland – damit macht man bei der Nationalratswahl keinen Dreier vor dem Ergebnis. Stimmt schon, die SPÖ stellt jetzt in fünf Bundesländern den Landeshauptmann. Nach Vorarlberg und Tirol liegt die Sozialdemokratie aber jetzt schon im dritten Bundesland völlig darnieder. Ob Gabi Heinisch-Hosek das richten muss? Ich wünsch’s ihr nicht.

Piratenpartei. Anyone?

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