„a großa dampfplauderer, der noch nix geleistet hat“ (dörfler 2009)


Wenn die anderen in Korruptionsverdacht geraten, sind sie vogelfrei. Wenn die freiheitlichen Kameraden in Korruptionsverdacht geraten, setzen sie respektable Schritte. Da werden ihre Kinder als Leidtragende vor die Kameras gezerrt, nachdem dieselben Kinder als Wahlkampfhilfe vor die Kameras gezerrt worden sind. Da werden dummdreiste größenwahnsinnige Lederhosenträger Opfer des politischen Systems in Österreich, an dem sie sich reich gestoßen haben. Dass schwarz und rot ihre unauslöschbaren Spuren im Korruptionssumpf dieser Republik hinterlassen haben, keine Frage. Aber nach Seibersdorf und Klagenfurt ist ein für alle Mal klar: Die FPÖ ist mittendrin statt nur dabei, wenn’s darum geht, sich an dem zu bereichern, was die vermeintlich vertretenen „kleinen Leute“ verdient haben. Verdroschen sollten sie sich fühlen, die sie an den Lippen der Haiderianer und Straches schmissigen Jungs gehangen haben.

Haider, Strache, Dörfler. Was haben sie sich geschimpft, was haben sie sich gehasst und geliebt, was haben sie Verbalgefechte ausgetragen. „Er ist Gast in Kärnten, zahlt hoffentlich seine Nächtigung und wird hoffentlich in Wien dann die Wahl verlieren. So gesehen geb ich dir einen guten Rat: Geh nach Wien ein bisserl arbeiten“ und „besser a guata Sozi als a schlechter Strache“, sagt Dörfler dem Baron Bumsti hier. Eingesackelt haben sie gemeinsam. Und jetzt soll auf einmal die ÖVP an gar allem Schuld sein, was die FPÖ als stärkere Partei in der Wenderegierung verbrochen hat. Wie sich der FPÖ-Chef in Widersprüche verstrickt, wenn es um Haider geht, ist abenteuerlich. Da rudert ein Heinz-Christian, dass es nur so schäumt. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Dass Strache in der ZIB2 die Moderatorin, die ihre privaten Accounts etwa auf Twitter als Lou Lorenz führt, gezielt diskreditiert, indem er sie „Frau Dittelbacher“ nennt und dann ihren Ehemann, den als SPÖ-nah punzierten ORF-Chefredakteur Fritz Dittelbacher, ins Spiel bringt, spricht Bände über die politische Haltung des FPÖ-Chefs. Sippenhaftung ist des Teufels, wenn sie die FPÖ betrifft. Sippenhaftung gilt bei allen, außer bei den Scheuch-Brüdern. Die Bundesregierung soll Neuwahlen ausrufen, obwohl sie sich auf eine stabile Mehrheit stützt. Die Kärntner Regierungspartei läuft, in die Minderheit geraten vor der Mehrheit davon, die im Klagenfurter Landhaus Neuwahlen will. Ungleiche Maßstäbe und widerwärtige Doppelmoral, soweit das Auge reicht.

Fritz Dittelbacher hat übrigens über Bauernräte in der Ersten Republik dissertiert. Der Titel: „Revolution am Lande“. Ich würd sie den blauen Schmissträgern von Herzen wünschen.

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