0,08% der USA wählen heute

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(Quelle beider Grafiken: Washington Post online)

 

…und es wird ein Mords-Spektakel gemacht um die Special Election im 18. Kongressdistrikt von Pennsylvania. Einer von 435 Abgeordneten des RepräsentantInnenhauses wird da gewählt, weil öffentlich wurde, dass der bisherige Abgeordnete seine Affäre zu einem Schwangerschaftsabbruch gedrängt habe, obwohl er politisch eine strikte Anti-Abbruchs-Linie fährt. In PA-18 leben 0,08% der amerikanischen Wahlberechtigten, weniger Menschen als in Tirol. Gewählt wird der Abgeordnete für weniger als 8 Monate: Denn dann ist der reguläre November-Wahltermin, zu dem alle Abgeordneten des RepräsentantInnenhauses (und dazu ein Drittel der SenatorInnen) neu gewählt werden. Und zwar dann in einem Kongressdistrikt mit neuen Grenzen, weil das Höchstgericht von Pennsylvania die zum Vorteil der RepublikanerInnen gezogenen Distriktgrenzen verschoben hat. Es ist also eine eigenartige Wahl, der da so viel Bedeutung zukommt.

Das liegt daran, dass Special Elections immer als Gradmesser für die US-weite Politik gelten. Und seitdem die DemokratInnen im Dezember im tief republikanischen Alabama einen wichtigen Senatssitz erobert haben, ist grundsätzlich immer alles denkbar. Deswegen haben sich in den eigentlich mit 20% Vorsprung republikanischen 18. Kongressdistrikt von Pennsylvania, der die wohlhabenden Vorstädte von Pittsburgh umfasst und an der Grenze zu West Virgina und Ohio, die „big guns“ aus Washington DC angemeldet. Der aus Pennsylvania stammende Ex-Vizepräsident Joe Biden war da und hat für den demokratischen Kandidaten Stimmung gemacht und diese Woche war der Präsident im Distrikt und hat seinem republikanischen Kongressabgeordneten den Rücken gestärkt.

Ob dann morgen Nacht der junge Herausforderer Conor Lamb gewinnt, ein ehemaliger US-Marine und für einen republikanisch dominierten Bezirk typischer Kandidat mit Anti-Abtreibungs und Pro-Waffenfreiheits-Haltung oder der Kandidat der bisherigen republikanischen Amtsinhaberpartei, Rick Saccone, ist was deren Tätigkeit in Washington betrifft völlig egal. Aber symbolisch ist das aufgeladene Rennen wichtig: Gewinnen die DemokratInnen wieder eine Special Election auf eigentlich republikanischem Terrain, setzt das andere RepublikanerInnen in ähnlichen Wahlkreisen unter Druck, sich zumindest inhaltlich vom unbeliebten Präsidenten Trump abzusetzen. Und umgekehrt gilt: Gewinnen die RepublikanerInnen endlich wieder einmal eine außerplanmäßige Wahl, dann ist das auch eine Verschnaufpause für den gebeutelten Amtsinhalber im Weißen Haus.

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