schluss mit dem orf bashing

Bildschirmfoto 2018-02-13 um 11.26.20

Tarek Leitner von den Sommergesprächen trotz des Sperrfeuers des politischen Heckenschützen Dönmez nicht abzuberufen, halte ich für richtig. Ja: man hätte ihn erst gar nicht moderieren lassen sollen wegen des familiär-freundschaftlichen Naheverhältnisses zu Christian Kern. Aber nein, der ORF kann sich seine ModeratorInnen nicht kurz vor Sendung auf Zuruf herausschießen lassen. Die Redaktion hat sich im Sommer vor Leitner gestellt und er hat moderiert. Ich fand und ich finden das nicht Einknicken der Redaktion vor Interventionen richtig.

 

Die vom Tiroler ORF, verkündet vom in Zukunft von einer schwarzblauen Mehrheit abhängigen Generaldirektor in der Krone, von der Moderation der ElefantInnenrunde abgezogene Redakteurin hat (sofern die Geschichte stimmt) im Beitrag über den FPÖ-Wahlkampfstart gepatzt, als die Reaktion der blauen Wahlkämpfer auf einen Nazi-Opa nicht mehr im Bild war. Sie hätte sich ebensogroße Solidarität der Redaktionsspitze verdient, wie sie Tarek Leitner im Sommer bekommen hat: Nein, der Beitrag war so nicht gut geschnitten. Aber ebenfalls nein, man lässt sich seine RedakteurInnen nicht durch kurzfristige Interventionen rausschießen.

Ich glaube, eine Diskussion über ethische Grenzen der zu privaten Kontakte für professionelle Distanz (Leitner) tät uns ebensogut, wie eine über Qualitätsstandards und Ressourcenknappheit im Journalismus (Tirol heute). Aber der untadeligen und mit niemandem aus der Politik besonders verhaberten Redakteurin die Moderation für kommenden Sonntag abzunehmen, halte ich für eine Einladung für die FPÖ für weitere Interventionen. In Tirol hat eine Liste ihre Teilnahme an der Diskussion wegen des Abziehens der Moderatorin abgesagt. Ich halte das für gleichermaßen an sich richtig wie konkret durchschaubar: Interessant wäre das Schmieden eine Allianz der SpitzenkandidatInnen gegen den Erfolg der blauen Intervention gewesen – aber hier war der Effekt wohl wichtiger als der Erfolg. Ich frag mich ja, ob nicht die KollegInnen in so einem Fall auch eine Bringschuld haben und sich einfach niemand finden sollte, der/die moderiert. Dann müsste der Landesstudio-Direktor selber ran. Aber das geht ja auch wieder nicht. Der ist ja echt nicht neutral, als ehemaliger ÖVP-Landesgeschäftsführer.

 

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