warum immer noch alles für hillary spricht

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Szene aus dem aktuellsten TV-Spot der Clinton Kampagne

…mehr zum Titel unten. Zuerst ein paar Sätze zum republikanischen Rennen, das sich binnen einer Woche wieder massiv gedreht hat. Die Attacken von Donald Trump auf den texanischen Konkurrenten Ted Cruz, der kurzfristig die Führung in den Umfragen im ersten Vorwahlstaat Iowa übernommen hatte und auch in nationalen Umfragen an Trumps Führung kratzte, wirken. Der Immobilientycoon stellt in Frage, ob der in Kanada geborene Ted Cruz vor einer Klage gefeit sei, die an seiner verfassungsmäßigen Wählbarkeit zum US-Präsidenten rüttle.

Die letzten Tage waren von der Frage dominiert, ob das republikanische Establishment sich mit einem Durchmarsch von Donald Trump in den republikanischen Vorwahlen anfreunde – im Wissen darum, dass der gegen Hillary Clinton im Herbst keine Chance habe (weiter zu Hillary weiter unten). Das Zentralorgan der republikanischen Intellektuellen, „National Review“, hat dem republikanischen Frontrunner eine ganze Ausgabe gewidmet, in der dutzende AutorInnen argumentieren, warum Trump die republikanische Partei zerstören werde. Aber das ist ein bißchen „preaching to the choir“ – denn in diesem republikanischen Milieu erfährt Trump ohnehin kaum Unterstützung. Jedenfalls führt Trump jetzt wieder in allen Umfragen zur GOP-Vorwahl.

Was kann Trump auf dem Weg zur republikanischen Kandidatur noch stoppen? Ein rasches Aussteigen der meisten Establishment-Kandidaten, die sich momentan im zweiten Vorwahlstaat New Hampshire insgesamt über 40% der Stimmen teilen. Man darf nicht vergessen: Numerisch sind die ersten Vorwahlstaaten relativ bedeutungslos, weil hier wenige Delegierte für den Wahlparteitag vergeben werden und diese wenigen Delegierten noch dazu entgegen vieler späterer Vorwahl-Staaten proportional und nicht nach dem Prinzip „the winner takes it all.“ Wer also noch ein Weg an Trump vorbei sucht, muss darauf hoffen, dass möglichst rasch alle außer einem Establishment-Kandidaten aussteigen. Dann gibt es zunächst ein Dreier-Rennen Trump, Cruz + 1. Und wenn dann noch Cruz oder Trump ausscheiden würde, wäre schließlich doch der Weg für einen Mainstream-Kandidaten offen. Aber da müssen inzwischen schon recht viele Dinge klappen, der Weg zur Nominierung fürs Partei-Establishment wird knapper.

Trump wird sich wünschen, dass Ohios Gouverneur John Kasich in New Hampshire der stärkste Establishment-Kandidat wird. Denn dann bleiben Rubio und Bush jedenfalls länger im Rennen und spalten die Establishment-Stimmen weiter. Das kann weiter hinten im Kalender dann auch numerisch dramatische Auswirkungen haben, wenn in Florida, Ohio oder Arizona die Parteitagsdelegierten alle an den stärksten Kandidaten gehen und nicht proportional verteilt werden. Die nicht schon für einen Establishment-Kandidaten deklarierten Mainstream-RepublikanerInnen dürften eher Rubio die Daumen drücken, der sich auf lange Sicht als stärkster Gegner für Trump und Cruz und vor allem für Hillary Clinton im Hauptwahlgang herausstellen dürfte.

Jetzt zu Hillary und zur Frage, warum ich  trotz zahlreicher Umfragen aus den ersten Vorwahl-Staaten mit Sanders-Führung immer noch von einem Sieg der ehemaligen First Lady, Gesundheitsreform-Beauftragten, Senatorin von New York und Außenministerin ausgehe. Diese Aufzählung alleine ist schon ein Argument, das wirken dürfte: Je verrückter der sich abzeichnende republikanische Kandidat aus demokratischer Sicht wirkt (und das dürfte lange offen bleiben), desto mehr DemokratInnen werden doch in Richtung Hillary Clinton kippen, auch wenn vielen WählerInnen der linke Senator Bernie Sanders mehr aus dem Herzen spricht. Ich würde aus heutiger Perspektive sagen, dass die Partei des amtierenden Präsidenten, trotz möglicher Siege von Sanders in den ersten beiden Vorwahlstaaten, deutlich für Hillary Clinton entscheiden werden. Die Kampagne der ehemaligen Außenministerin spielt deutlich in diese Richtung, wie dieser aktuelle Spot zeigt, der sich sicher noch in Richtung dieses alten Spots weiter drehen lässt, mit dessen Narrativ Clinton im Vorwahl-Rennen gegen Barack Obama 2008 die großen Staaten Texas und Ohio für sich entscheiden konnte. Apropos Obama: Auch dass dessen meiste WahlkämpferInnen und UnterstützerInnen sich mehr oder weniger laut in Hillary Clintons Lager begeben haben und nicht in Bernie Sanders Lager, spricht für die ohnehin schon wesentlich besser im Establishment verankerte Kandidatin.

Bill Clinton soll 2003 gesagt haben „In every presidential primary, Democrats want to fall in love with their candidate while Republicans just fall in line.“ Dieses Mal stehen die Chancen gut, dass es umgekehrt läuft und den DemokratInnen eine dritte Amtszeit in Folge und die erste weibliche Präsidentin bringt.

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