der semmel mit der schulautonomie

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Grrrrr. Nein, nein und noch einmal nein. Drei kurze Gründe gegen mehr Schulautonomie:

1. Ich war in einer Schule, die sich ihre LehrerInnen aussuchen konnte. Auch wenn viele meiner MitschülerInnen im Nachhinein sagen, das war schon alles ganz o.k und man soll die ganzen alten Geschichten einmal ruhen lassen: Ich hab dort Dinge erlebt, die alles andere als lustig sind. Schlüsselwerfer-Lehrer, die wegen ihrer engen Verbandelung mit der Schulführung und dem Elternverein nicht bestraft werden. Eine Religionspädagogin, die wegen ihrer privaten Umstände auf einmal nicht mehr auftauchte. Einen revisionistischen Geschichtslehrer, über den die Direktion ihre schützende Hand hielt. Nein, nein, nein.

2. Ich kann mir vorstellen, worauf die kolportierte Ankündigung hinausläuft, dass es in Zukunft nur mehr Gymnasien mit unterscheidbaren Schwerpunkten geben soll und alle anderen Schulen – HS, NMS und Gym – zu Neuen Mittelschulen werden. Alle Gymnasien werden irgendwelche Schwerpunkte zusammenschustern, so schnell wie geht, vor dem drohenden Termin der Umwidmung in eine NMS. Das werden dann sicher tolle Schwerpunkte, gut geplant, nachhaltig organisiert. Nein, nein, nein.

3. Ich will kein zerfleddertes Schulsystem, in dem schon die 10-14jährigen so schwerpunktorientiert lernen, dass ein späterer Schulwechsel nur mit Nachlernen oder gar nicht möglich ist. Diese sogenannte Flexibilität in der Unterstufe führt zu einer Verknappung der Bildungschancen von Kindern, die sich nach dem 10. Lebensjahr noch einmal umorientieren wollen. Denn was bleibt in einer Stadt, in der es genau ein naturwissenschaftliches Schwerpunkt-Unterstufengymnasium gibt, als auch in der Oberstufe im naturwissenschaftlichen Schwerpunkt-Gymnasium zu wechseln. Womit wir wieder bei 1. und bei der Macht der DirektorInnen wären.

Nein, nein, nein. In dem Fall muss ein bißchen Zentralismus sein.

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Ein Gedanke zu „der semmel mit der schulautonomie

  1. Ich halte auch den Standpunkt der ÖVP und das Festhalten am Gymnasium für einen Unsinn. Aber die Genossen verkaufen lieber die Gesamtschule der 10 bis 14 Jährigen für ein paar Pösterln, als ein in vielen Ländern übliches Schulsystem zu übernehmen.

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