darum schaden bürgerInnenlisten

Ich schreib ja hier nicht über Tiroler Tagespolitik, weil das mein privater Blog ist und ich das so weit wie möglich von meinem Job trennen will. Aber heute hab ich im Tiroler Landtag ganz privat eine spannende Beobachtung gemacht, die mich an meine Einführung in Politikwissenschaft bei Professor Anton Pelinka erinnert hat. „Wann entstehen neue Parteien“, war die Frage und Pelinkas schulbuchmäßige Antwort „entlang gesellschaftlicher Konfliktlinien.“ Das ist mir durch den Kopf gegangen, als ich heute die fünf verbliebenen Abgeordneten der Liste Dinkhauser beobachtet hab.

Die haben heute nämlich den Eindruck gemacht, als hätten sie mehr Konfliktlinien in ihrer Fraktion als zur Außenwelt. Dinkhauser schimpfte zuerst den frechen Gebi Mair, der Landesrat Tilg in Sachen UMIT delikate Fragen gestellt hatte. Dann schimpfte er Tilg und bezichtigte ihn des bildungspolitischen Landesverrats. Dann kam die Abgeordnete Haslwanter-Schneider und warf sich vor den ÖVP-Landesrat, als ob es kein morgen geben würde. Sie ist an der UMIT angestellt. Am frühen Nachmittag die Aussendung von den Masterminds Ernst und Sint mit der Rücktrittsaufforderung an Tilg. Da soll sich noch einer auskennen.

Ich glaube, dieser permanente innere Widerspruch liegt daran, dass die Konfliktlinie, an der die Liste Dinkhauser ihre Kandidatur 2008 aufgestellt hat, eine Fiktive war. Es gibt nämlich auch noch eine zweite Variante einer Parteigründung nach Pelinka: nämlich die Spaltung eines großen weltanschaulichen Lagers, wenn sich jemand zum Chef berufen fühlt, aber das nie wird…

hier gibt’s den ganzen Essay „Darum schaden BürgerInnenlisten“

 

Aber so wie die Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, so ist sie auch eine von gescheiterten Parteispaltungen. Ich sag nur Josef Bucher. Oder eben Fritz Dinkhauser.


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