iowa – noch vier Tage

Ich kann nicht ohne Hinweis darauf beginnen, dass in Deutschland führende Vertreter*innen der AfD & Vertreter*innen der CDU gemeinsam mit Rechtsextremen dabei erwischt worden sind, zu planen, wie sie Deutschland ethnisch säubern. Die sie zwingen wollen, das Land zu verlassen, das sind 10 Millionen Menschen.

Es passt leider auch zu Trump: Der führende Republikaner hat zuletzt begonnen, regelmäßig davon zu sprechen, dass Zuwanderer*innen das amerikanische Blut vergiftet würden. Hier wie dort gilt: Adolf Hitler hätte seine Freude mit 2024. Es ist grauenhaft und bedrohlich. Die einen wie die anderen, AfD und Donald Trump und auch die österreichische FPÖ, die Nachfolgepartei der NSDAP-Nachfolgepartei, stehen vor Wahlsiegen.

Donald Trump wird in Iowa gewinnen und ist hoher Favorit, republikanischer Präsidentschaftskandidat zu werden. Die AfD wird drei Landtagswahlen in Deutschland gewinnen und den politischen Führungsanspruch stellen, den ihr die CDU unter Merz inhaltlich ohnehin bereits überlassen hat. Und FPÖ-Chef Kickl steht an der Tür des Kanzleramtes, weil auch hier die Konservativen den Rechtsextremen den Steigbügel halten werden. Nothing new. Um nix desto weniger bedrohlich.

Stoppen könnte Donald Trump nur mehr eine Frau – das ist in den letzten Tagen wahrscheinlicher geworden, auch wenn die Chancen dafür nach wie vor bei 10% max liegen. Aber rechtzeitig vor der Vorwahl in Iowa ist Trumps schärfster Kritiker, der früher einmal sein Vizepräsident werden wollte (auch so ein Problem, warum den Konservativen die Leute davonlaufen: weil sie den Opportunismus erfunden haben), aus der Vorwahl ausgestiegen. Chris Christie, der in den meisten Umfragen der ersten Vorwahlstaaten um die 10% hatte ist raus. Und weil der Großteil seiner 10% zu Trumps einzig verbliebener irgendwie plausiblen Konkurrentin geht, wird die wahrscheinlich Platz 2 in Iowa erobern und könnte eine Woche darauf mit einem Sieg im liberalen New Hampshire auf 1:1 stellen.

Auch dann wird Trump bundesweit noch über 50% der republikanischen Stimmen in den Umfragen haben und es ist schwer sichtbar, wie sie auf 50% kommen soll. Aber er hat keine 70%, sondern eben nur etwas über 50%. Stranger things have happened.

Der Ablauf der Vorwahl in Iowa in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mitteleuropäischer Zeit sind Abendversammlungen, bei denen die Unterstützer*innen verschiedener Kandidat*innen Reden halten. Dann wird – das ist bei den Republicans schon lange so – per Stimmzettel abgestimmt und nach einem sehr komplizierten Verfahren werden die Delegierten des Bundesstaates für den republikanischen Bundesparteitag verteilt.

Interessant wird am Ende sein: Ist Trump stärker oder schwächer als die Umfragen, die ihn in Iowa bei um die 50% haben? Und wie weit legt Nikki Haley ausgehend von ihren nur ca 15% in diesem sehr konservativen Bundesstaat noch zu? Und was machen die beiden verbliebenen Trump-Imitatoren DeSantis und Ramaswamy, wenn sie mit einstelligen Ergebnissen in Iowa und ohne einen Cent, den noch jemand in ihre Kampagnen steckt, eigentlich aufhören müssen? Die Benchmark ist: Haley muss Zweite werden und Trump unter 60% sein, damit es irgendeine Aussicht auf einen echten Wahlkampf der Republicans in den nächsten Monaten der Vorwahlen gibt.

Es wäre auch im Sinne der Einleitung gut: Weil jede Woche, die sich Trump mit Konkurrenz aus dem eigenen Lager beschäftigen muss, schadet ihm und hilft Joe Biden. Der wird bei seiner letzten Wahl die Kohlen aus dem Feuer holen müssen.

Sonst ist die rechtsextreme Gefahr in Deutschland und Österreich nur eine Randnotiz zur historischen Wende weg von westlichen Demokratien, im Jahr 2025.

Ein Gedanke zu „iowa – noch vier Tage

  1. „ Stoppen könnte Donald Trump nur mehr eine Frau“ meinst du damit, dass Biden vollkommen chancenlos gegen Trump ist? Oder bezieht sich das nur auf die republikanischen Vorwahlen?

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