
Vorweg – ich bin nicht unbefangen. Ich bin nach 20 Jahren wieder SPÖ-Mitglied geworden, weil Niki Kowall zur Wahl stand & zugunsten von Andi Babler zurückgezogen hat. Ich wollte die historische Chance nutzen, dass die SPÖ ihre*n Chef*in wählen lässt.
Und Babler hat gewonnen – undenkbar ohne tausende neue Mitglieder, die seinetwegen eingetreten sind und weil sie eine andere SPÖ wollen. Die Sozialdemokratie hat dann eine Chance & einen Sinn, wenn sie eine Alternative ist. Dafür steht Babler: Für eine unterscheidbare SPÖ.
Aber es gibt eine zweite Besonderheit, die ich wichtig finde. Es gibt den Satz, dass eines unserer größten Probleme ist, dass die Dummen so selbstbewusst und die Schlauen so selbstkritisch sind. Babler ist einer dieser Schlauen. Ihr merkt das genau: Andi Babler ist ein Streber. Keine*r kommt so vorbereitet und bis in jedes Detail informiert zu den Fernsehauftritten. Die anderen können gerade eine Linie tiefer als die Überschrift gehen und das auch nur bei ihren Spezialthemen. Babler könnte den Großteil der Regierungsverhandlungen alleine führen.
Das hat auch was mit seiner Biographie zu tun: Als Arbeiterkind, das hat er mehr als einmal gesagt, musst du dich am politischen Parkett viel mehr beweisen. So wie es Frauen und zugewanderten Menschen oft geht: Sie müssen viel besser und fleißiger sein als die anderen, damit es zählt. Mit diesem Erfahrungshorizont, machst du ganz anders Politik als die Berufsfunktionär*innen und die in Parteiadel hineingeborenen aller Couleurs.
Mit Andi Babler steht ein anderes Konzept der Sozialdemokratie zur Wahl. Das will das mediale Establishment nicht: die wollen eine brave SPÖ, fürs gute Gewissen, mit ein bißchen Charity, lieb soll sie vor allem sein. Bei dieser Nationalratswahl gibt es die vielleicht letzte Chance, eine SPÖ zu wählen, die sich auf ihre kämpferischen Wurzeln besinnt.
Eine starke und unzweifelhaft antifaschistische SPÖ wird es brauchen, wenn man den beiden anderen großen Parteien etwas entgegensetzen will: das gilt für den Verhandlungstisch ebenso wie für die Opposition. Andi Babler ist der beste für beide Settings: ein Politiker aus Überzeugung, mit soviel Erdung, dass es staubt, ein Gegenmodell zu den Berufszyniker*innen und zur Schickeria.
Ich möchte Babler gerne in Verantwortung sehen, an welchem Ort auch immer. Als Kanzler, oder als Oppositionsführer: Da wie dort hat niemand so sehr das Format, die Street Credibilty und die Erfahrung, beide dieser möglichen Aufgaben gut zu meistern. Die Sache ist klar – wählt die SPÖ und Andi Babler.