die galanacht der obamas

Das First Couple von vor 15 Jahren hat wieder zugeschlagen: Es ist eine geniale Klammer über beide Reden, mit der die Obamas heute Nacht in Chicago die mit über 10.000 Fans und Parteigänger*innen gefüllte Halle zum Toben bringen. Es geht um die Mamas und Omas.

Und um eine besondere Weise, progressiv „Make America Great Again“ zu sagen. Das nennen wir Reframing: Der Bogen einer gegnerischen Erzählung – „früher war alles besser“ – wird um den eigenen Inhalt herumgebogen. Weil früher, das ist bei Obamas nicht, als alles noch gut war. Früher ist bei Obamas, als man noch um mehr kämpfen musste: um Dinge, die heute geschafft sind: Die allgemeine Krankenversicherung, sauberes Wasser, Kinder auch für nicht natürlich zeugungsfähige Paare dass man lieben kann, wen man will und zu denen beten, an die man glaubt.

Die früher darin gekämpft haben, das sind die Mamas und Omas. Michelles vor kurzem verstorbene Mama, die Barack auch so gern hatte („sie hat mir oft recht gegeben, wenn ich mit Michelle stritt“), Marian Robinson, war so eine: fleißig, gerecht, immer noch eine Überstunde. Damit ihre Kinder es einmal besser hätten. Das erzählt Barack und es erinnert ihn an seine Oma, die im ländlichen Kansas gelebt hat und nicht wie Marian Robinson in Chicago. Zwei Frauen, die das Herz noch am richtigen Fleck hatten, die wussten was richtig und falsch ist. Obwohl die eine Weiß & die andere Schwarz war und eine Generation dazwischen liegt.
Früher war nicht alles besser, aber die Leute waren es: Und nur so sind wir hierher gekommen, sagen die Obamas. Wegen dieser zwei Frauen um Speziellen und weil andere Werte galten, im Allgemeinen.

Der neue Bogen, der MAGA als Vergangenheitssehnsucht ablösen soll, den bedient auch Tim Walz bei jeder Gelegenheit: Nachbarschaft ist sein Leibthema. Man pfuscht sich nicht rein, nimmt Rücksicht, man hilft einander, respektiert unterschiedliche Meinungen. Das ist sein roter Faden. Können wir endlich wieder bei einem Familientreffen über die Football-Meisterschaft reden und nicht immer über Politik streiten? Und können wir Common Sense von früher – das Bekenntnis zu Demokratie, zu öffentlichen Schulen, zur Meinungsfreiheit, zu Toleranz, wieder einführen?

Da wird Walz bei seiner heutigen Rede helfen, dass vor ihm der Präsident redet, der Common Sense stark verkörpert: Bill Clinton. Und dass mit Adam Kinzinger der prominenteste republikanische Abgeordnete nach Liz Cheney auftritt – und als Republikaner zum Harris wählen aufruft.

„This is not your grandfather‘s Republican Party“, war der Schlachtruf von Joe Biden gegen Trump.

Die Mamas, die Omas, die Opas: Es auch eine Familienfeier am Parteitag. Und der Versuch, den Republicans die von denen reklamierten Family Values zu klauen.

Mit Erfolg. So far.








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