
40:40 steht‘s ungefähr – der britische Ex-Politiker und Pollster Michael Ashcroft hat über das 10.000 Amerikaner*innen befragen lassen und 12 Fokusgruppen in Swing States gemacht.
Genauer wird es nicht mehr. Und sehr viel anders wird es bis November nicht werden. Wer Hammerumfragen mit unglaublich deutlichen Ergebnissen hinauskekst, hat entweder einen zufälligen Ausreißer produziert und das nicht erkannt oder nicht erkennen wollen: Aber niemand wird vor dem 5. November seriös mit klarer Datenlage sagen können, wer gewinnt.
Zu groß wird die Zahl der Unentschiedenen bis zum Ende sein, zu abrupt werden sie sich dann nach nicht klar vorhersagbaren Kriterien entscheiden. Selbst wenn da 43:37 bei 20% Unentschlossenen & Wähler*innen mit der momentanen Absicht, weder Biden noch Trump zu wählen, stünden:
Es ist und bleibt too close to call.
Worauf also schauen, in den 9 Monaten bis zu dieser Schicksalswahl für die Welt? Ich empfehle einen Blick auf Donald Trumps anlaufende Gerichtsverfahren.
Je mehr der Republikaner nämlich vor unabhängigen Richter*innen unter Druck gerät, massive Strafen ausfasst und aus seiner Sicht unzumutbar behandelt wird – nämlich wie ein ganz normaler Bürger – desto wütender wird er werden, desto ärger seine Ausfälligkeiten, desto mehr wird er nur über sich und seinen Kampf gegen die Welt reden. Das ist seine Achillesferse.
Die Umfrage von Lord Ashcroft zeigt nämlich auch, dass Trump bei den meisten Themen bessere Werte zugesprochen bekommt als Biden. Also ist jeder Tag, an dem er über seine Verfahren und mutmaßliche Straftaten redet und nicht über Inflation und Kriminalität, ein gewonnener Tag für Biden. Und davon wird es, weil die Verfahren jetzt sukzessive auch mit Präsenzpflicht für den Angeklagten beginnen, viele geben.
Ich sehe deshalb am Ende einen klaren Vorteil für Biden. Aber messbar steht es unentschieden. Und das wird noch sehr lange so bleiben.
Die ganze Unfrage gibt‘s hier: https://t.co/XOKCj1IWNR